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Was im Körper passiert, wenn dein Nervensystem dauerhaft unter Spannung steht

  • Autorenbild: Tanja Schultefrankenfeld
    Tanja Schultefrankenfeld
  • 13. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Viele Frauen mit Endometriose oder Adenomyose erleben, dass ihr Körper schneller und intensiver reagiert als früher. Schmerzen treten scheinbar ohne klaren Auslöser auf, Symptome verstärken sich in bestimmten Phasen und Erschöpfung bleibt bestehen, obwohl medizinisch bereits vieles abgeklärt wurde. Diese Reaktionen wirken oft unlogisch oder unberechenbar. Tatsächlich folgen sie jedoch einer inneren Dynamik, die sich über längere Zeit aufgebaut hat.


Den weiteren Inhalt findest du ab heute Abend auch als Video:





Das Nervensystem als Bewertungsinstanz im Körper


Das Nervensystem bewertet fortlaufend, ob Sicherheit besteht oder Gefahr droht. Diese Einschätzung geschieht nicht bewusst, sondern automatisch. Auf ihrer Grundlage steuert das Nervensystem zahlreiche körperliche Prozesse, darunter Muskelspannung, Schmerzverarbeitung, Verdauung, Energieverteilung und Regeneration. Es entscheidet nicht nach Fakten, sondern nach Erfahrung. Was es als potenziell belastend abgespeichert hat, wird schneller aktiviert.



Warum Dauerbelastung bei Endometriose und Adenomyose keine Ausnahme ist


Bei Endometriose und Adenomyose wirkt über längere Zeit eine Vielzahl von Belastungen auf den Körper ein. Chronische Schmerzen, entzündliche Prozesse, hormonelle Schwankungen, medizinische Eingriffe und Phasen des Funktionierens prägen den Alltag vieler Betroffener. Diese Erfahrungen hinterlassen Spuren im Nervensystem. Es lernt, dass Belastung jederzeit auftreten kann, und richtet sich darauf aus. Wachsamkeit wird zum Normalzustand.



Wie sich anhaltende Spannung auf Symptome auswirkt


Befindet sich das Nervensystem dauerhaft in erhöhter Alarmbereitschaft, verändert sich die Reizverarbeitung. Signale, die früher neutral waren, werden schneller als bedrohlich eingestuft. Schmerzen werden intensiver wahrgenommen, Muskelspannung nimmt zu und der Energiehaushalt gerät aus dem Gleichgewicht. Der Körper reagiert nicht über, sondern konsequent auf eine innere Bewertung, die auf Schutz ausgerichtet ist.



Warum der Körper nicht automatisch in Ruhe zurückfindet


Innere Spannung entsteht nicht nur auf mentaler Ebene. Sie zeigt sich im gesamten Körper. Muskeln bleiben angespannt, die Atmung wird flacher, Verdauungsprozesse verändern sich und Regeneration fällt schwerer. Äußere Ruhe reicht in diesem Zustand nicht aus, um das Nervensystem zurück in Entspannung zu führen. Der Körper bleibt innerlich aufmerksam, selbst wenn im Außen keine akute Belastung vorhanden ist.



Daueranspannung ist keine Fehlfunktion, sondern Anpassung


Viele Frauen deuten diese Reaktionen als Zeichen dafür, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt. In Wirklichkeit handelt es sich häufig um eine Anpassung an lang anhaltende Belastung. Das Nervensystem arbeitet nicht fehlerhaft, sondern vorsorglich. Es bleibt in Bereitschaft, weil Entlastung über längere Zeit nicht zuverlässig erfahren wurde. Diese Perspektive verändert den Blick auf Symptome grundlegend.


Diese Form von Daueranspannung kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Phasen, in denen nach außen alles ruhig wirkte, innerlich jedoch kaum Entlastung spürbar war, haben mir deutlich gemacht, wie tief solche Zustände im Körper verankert sein können.



Was diese Einordnung im Umgang mit Symptomen verändern kann


Wenn das Nervensystem dauerhaft unter Spannung steht, erklärt das, warum Symptome nicht isoliert auftreten, sondern sich gegenseitig verstärken. Schmerzen, Erschöpfung, Verdauungsprobleme oder Schlafstörungen sind dann keine voneinander getrennten Baustellen, sondern Ausdruck eines Systems, das kontinuierlich unter innerem Druck arbeitet. Diese Einordnung verschiebt den Fokus: weg von der Frage, welches Symptom zuerst gelöst werden muss, hin zu der Frage, wie sich die innere Grundspannung schrittweise reduzieren lässt. Genau hier beginnt ein anderer Umgang mit dem eigenen Körper - nicht über Kontrolle, sondern über gezielte Entlastung auf Systemebene.


An dieser Stelle setzt mein Mini-Training an. Es vertieft diese Zusammenhänge und unterstützt dabei, die Reaktionen des eigenen Nervensystems besser einzuordnen und im Alltag anders damit umzugehen.

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