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Warum viele Frauen mit Adenomyose oder Endometriose ständig nach der nächsten Lösung suchen

  • Autorenbild: Tanja Schultefrankenfeld
    Tanja Schultefrankenfeld
  • 16. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Es gibt Frauen mit Adenomyose oder Endometriose, die unglaublich viel über ihre Erkrankung wissen.


Sie haben Bücher gelesen.

Podcasts gehört.

Artikel recherchiert.

Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert.

Ihre Ernährung umgestellt.

Laborwerte bestimmen lassen.

Therapien begonnen.


Und trotzdem bleibt häufig ein Gefühl bestehen:


„Irgendetwas fehlt noch.“


Auch ich kenne dieses Gefühl sehr gut.


Es gab eine Zeit, in der ich fest davon überzeugt war, dass die nächste Information, die nächste Untersuchung oder der nächste Ansatz endlich die Antwort liefern würde, nach der ich so lange gesucht hatte.


Heute weiß ich, dass genau diese permanente Suche viele Frauen enorm viel Energie kostet.


Denn während die Hoffnung auf Veränderung verständlich ist, entsteht häufig ein Zustand, in dem der Körper kaum noch zur Ruhe kommen kann.


Warum viele Frauen immer wieder nach der nächsten Lösung suchen


In meiner Arbeit begegnen mir immer wieder Frauen, die bereits unglaublich viel getan haben.


Viele haben eine lange Diagnostik hinter sich.

Manche haben mehrere Operationen erlebt.

Andere haben unterschiedliche Ernährungsformen ausprobiert, unzählige Empfehlungen umgesetzt oder über Jahre hinweg versucht, ihre Beschwerden allein in den Griff zu bekommen.


Trotzdem bleibt häufig das Gefühl, noch nicht am Ziel angekommen zu sein.

Und genau hier beginnt oft ein Kreislauf.



Frau sitzt nachdenklich am Schreibtisch und sucht nach Lösungen bei Adenomyose und Endometriose

"Viele Frauen mit Adenomyose oder Endometriose verbringen Jahre damit, nach Antworten und Lösungen zu suchen – und bemerken oft erst spät, wie viel Energie diese ständige Suche kostet."



Sobald eine Maßnahme keine sofortige Veränderung bringt, wird nach der nächsten gesucht.


Dann folgt die nächste Empfehlung.

Der nächste Podcast.

Das nächste Buch.

Die nächste Expertin.

Die nächste Hoffnung.


Oft entsteht dabei das Gefühl, ständig aktiv sein zu müssen.

Immer noch etwas optimieren zu müssen.

Immer noch etwas übersehen zu haben.


Viele Frauen beschreiben genau diesen Zustand als unglaublich anstrengend.

Und das überrascht mich nicht.


Denn wer dauerhaft auf der Suche ist, befindet sich innerlich selten in einem Zustand von Sicherheit oder Vertrauen.


Wenn der Körper zum Dauerprojekt wird


Rückblickend war das eine der wichtigsten Erkenntnisse auf meinem eigenen Weg.


Irgendwann drehte sich nahezu alles um meine Beschwerden.


Um meine Ernährung.

Um meine Symptome.

Um mögliche Ursachen.

Um neue Lösungsansätze.


Natürlich kann es sinnvoll sein, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen.


Problematisch wird es häufig dann, wenn das gesamte Leben beginnt, sich nur noch um die Erkrankung zu drehen.


Viele Frauen verlieren dabei Stück für Stück den Blick dafür, dass sie weit mehr sind als ihre Diagnose.


Sie werden zu Managerinnen ihrer Beschwerden.

Zu Beobachterinnen ihres Körpers.

Zu Suchenden.


Und obwohl sie unglaublich viel Wissen aufgebaut haben, entsteht innerlich häufig keine echte Entlastung.


Warum ständiges Wechseln oft zusätzliche Unruhe erzeugt


Eine Beobachtung zieht sich durch meine eigene Geschichte und durch die Arbeit mit vielen Frauen gleichermaßen:


Der Körper liebt Wiederholung.

Er liebt Verlässlichkeit.

Er liebt Sicherheit.


Viele Veränderungen benötigen Zeit.


Gerade wenn Nervensystem, Entzündungsprozesse, Verdauung, Schlaf oder hormonelle Dynamiken beteiligt sind.


Doch genau diese Zeit geben wir uns häufig nicht.


Stattdessen wechseln viele Frauen bereits nach wenigen Wochen den Ansatz.


Sie hinterfragen jede Entscheidung.

Probieren etwas Neues aus.

Verwerfen den bisherigen Weg.

Beginnen erneut.


Und genau dadurch entsteht häufig noch mehr Unruhe. Denn der Körper erhält kaum die Möglichkeit, auf einem Weg wirklich anzukommen.


Ich beobachte immer wieder, dass Frauen enorme Energie in die Suche nach Lösungen investieren, während die eigentliche Veränderung häufig dort beginnt, wo zum ersten Mal wieder etwas mehr Ruhe entsteht.


Was viele Frauen übersehen


Vielleicht liegt die wichtigste Erkenntnis darin, dass es nicht immer noch mehr Informationen braucht.


Nicht immer die nächste Strategie.

Nicht immer den nächsten Lösungsansatz.


Manchmal entsteht Veränderung auch dadurch, dass wir beginnen, die Zusammenhänge besser zu verstehen und einem gewählten Weg ausreichend Zeit geben.


Denn Beschwerden entwickeln sich selten innerhalb weniger Tage. Und häufig verschwinden sie auch nicht innerhalb weniger Tage.


Gerade bei Adenomyose und Endometriose zeigt sich immer wieder, wie wichtig Geduld, Kontinuität und ein ganzheitlicher Blick auf den eigenen Körper sein können.


Vielleicht fehlt dir nicht die nächste Lösung


Die meisten von uns haben bereits mehr Wissen gesammelt, als ihnen bewusst ist.


Die eigentliche Herausforderung besteht häufig nicht darin, noch mehr Informationen zu finden.


Sondern darin, Orientierung zu gewinnen.


Zu erkennen, welche Faktoren aktuell wirklich relevant sind.

Prioritäten zu setzen.


Und den eigenen Körper nicht dauerhaft als Problem zu betrachten, das möglichst schnell gelöst werden muss.


Denn manchmal beginnt genau dort die Ruhe, nach der viele Frauen schon so lange suchen.


Selbsttest bei Adenomyose und Endometriose


Wenn du das Gefühl hast, ständig nach der nächsten Lösung zu suchen und trotzdem nicht wirklich voranzukommen, kann es hilfreich sein, die möglichen Zusammenhänge hinter deinen Beschwerden einmal genauer einzuordnen.


Im Selbsttest erhältst du eine erste Orientierung dazu, welche Faktoren bei Adenomyose und Endometriose möglicherweise eine Rolle spielen und wie stark dich deine Beschwerden aktuell im Alltag belasten.


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